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Covid-Sofort­hil­fe ver­län­gert, aber Sai­son­an­ge­stell­te brau­chen Perspektiven

Ich habe immer dar­auf bestan­den, jetzt hat die Lan­des­re­gie­rung die Covid-Sofort­hil­fe ver­län­gert. Men­schen, vor allem Sai­son­an­ge­stell­te als groß­teils Betrof­fe­ne, wol­len aber nicht auf öffent­li­che Kos­ten leben, son­dern ihr Geld selbst ver­die­nen”, sagt Maria Eli­sa­beth Rie­der. Des­halb bringt das Team K den Vor­schlag einer Tou­ris­mus­kas­se ein.

Wer in den letz­ten Mona­te Covid-Sofort­hil­fe bekom­men hat, erhält die auto­ma­ti­sche Ver­län­ge­rung bis Ende April, aber was ist mit allen ande­ren? Wer die der­zei­ti­gen Kri­tie­ri­en erfüll­te, darf bis 30.04. noch beim zustän­di­gen Sozi­al­spren­gel ansu­chen. Alle ande­ren müs­sen wei­ter war­ten, bis sie im Mai Ansu­chen ein­rei­chen kön­nen. “Durch den spä­ten Beschluss, der wahr­lich in aller­letz­ter Minu­te gefasst wur­de (am 31.03. wäre die Sofort­hil­fe aus­ge­lau­fen), kommt jetzt erst der gan­ze Appa­rat in Gang. Kri­te­ri­en müs­sen ver­öf­fent­licht wer­den, Gesuchs­mo­da­li­tä­ten fest­ge­legt wer­den. Dies alles nimmt Zeit in Anspruch, die vie­le Arbeitnehmer*innen nicht mehr haben. Rech­nun­gen und Raten müs­sen bezahlt wer­den, das täg­li­che Leben gestemmt. Wir haben bereits Anfang März im Land­tag das Geld bereit­ge­stellt, durch den spä­ten Beschluss der Lan­des­re­gie­rung gin­gen wert­vol­le Wochen ver­lo­ren”, stellt Rie­der fest.

Das Team K hofft, dass nun auch die Hil­fen für Sai­son­an­ge­stell­te und Kate­go­rien, die bis­her von der Sofort­hil­fe aus­ge­schlos­sen waren, fol­gen. In der Kri­se tre­ten vie­le Pro­ble­me stär­ker zuta­ge, die bereits vor­her exis­tier­ten. Im März 2020 stand mit dem Beginn der Coro­na-Kri­se ein gan­zer Wirt­schafts­zweig von einem Tag auf den ande­ren still, unter­bro­chen nur von einer kur­zen Som­mer­sai­son. Die Ange­stell­ten des Tou­ris­mus­sek­tors sind somit größ­ten­teils seit fast einem Jahr ohne Arbeit, nur im Som­mer haben sie eini­ge Mona­te arbei­ten kön­nen. “Gera­de in die­ser Zeit haben sich die Schwä­chen für die Ange­stell­ten im Tou­ris­mus­be­reich gezeigt: Aktu­ell sind etwa 2/3 der 30.000 Ange­stell­ten im Tou­ris­mus Sai­son­an­ge­stell­te, d.h. sie arbei­ten eini­ge Mona­te und sind dann am Ende der Sai­son arbeits­los. Dies bedeu­tet, vie­le Sai­son­an­ge­stell­te arbei­ten eini­ge Mona­te sehr inten­siv, ver­die­nen in die­ser Zeit gut (Aus­nah­me bil­den die Hilfs­kräf­te) und sind danach über Mona­te auf die Arbeits­lo­sen­un­ter­stüt­zung ange­wie­sen”, erklärt Rie­der.

Bereits seit 1966 gibt es in Süd­ti­rol die Bau­ar­bei­ter­kas­se. Arbeitgeber*in und Arbeitnehmer*in zah­len in die­se Kas­se ein, die dabei hilft, arbeits­lo­se Zei­ten zu über­brü­cken und auch Bei­trä­ge für bestimm­te Situa­tio­nen aus­zahlt. Im Tou­ris­mus gibt es bereits seit Jah­ren einen Fach­kräf­te­man­gel und die Arbeits­plät­ze und ‑ver­hält­nis­se müs­sen attrak­ti­ver wer­den. Ziel muss es sein, die Arbeits­ver­hält­nis­se zu „ent­sai­so­na­li­sie­ren“ und die unbe­fris­te­ten Arbeits­ver­hält­nis­se und Ganz­jah­res­stel­len zu erhö­hen. “Dies ist beson­ders für klei­ne­re Betrie­be und Betrie­be in nied­ri­ge­ren Preis­klas­sen nicht mög­lich, daher soll­te die Mög­lich­keit geprüft wer­den, ob nicht auch im Tou­ris­mus­be­reich die Ein­rich­tung einer „Tou­ris­mus­kas­se“ nach dem Vor­bild der „Bau­ar­bei­ter­kas­se“ im Bau­ge­wer­be mög­lich ist”, meint Rie­der.

Das Team K hat dazu einen Beschluss­an­trag ein­ge­reicht, der die Lan­des­re­gie­rung auf­for­dert, gemein­sam mit den Sozi­al­part­nern zu über­prü­fen, ob denn eine Tou­ris­mus­kas­se nach dem Vor­bild der Bau­ar­bei­ter­kas­se in Süd­ti­rol mög­lich wäre. Er soll noch im Früh­jahr behan­delt werden.

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